Aktuelles

Mittwoch, 29.08.2018:

Am Mittwoch stand die Fahrt in die Gedenkstätte Auschwitz/ Birkenau in das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager an. Dieser Ort und die Bilder, die wir dort sehen würden, beschäftigten viele von uns schon seit Tagen. 11:00 Uhr fuhren wir mit dem Bus vom Hotel los und waren etwa zwei Stunden später an der Gedenkstätte. 13:30 Uhr begann die Fachführung im „Stammlager“/ Auschwitz I. Uns wurden die Baracken gezeigt, in denen die Gefangenen hausten, litten und starben. Wir sahen den Block 11, den „Todesblock“, mit den Gefängniszellen im Keller, in denen die ersten Versuche des Tötens mit Gas durchgeführt worden waren. Besonders beeindruckend war die Geschichte von Maximilian Kolbe, der stellvertretend für einen verurteilten Familienvater freiwillig in den Tod ging. An der Todesmauer zwischen Block 10 und Block 11 sammelten sich die Teilnehmer zu einer Schweigeminute, einige legten zum Gedenken an die Ermordeten Blumen oder kleine Steine vor die Wand.


Jede Gruppe hatte einen Guide, der erzählte, wie es im Konzentrationslager zuging, und auch von einzelnen Fallbeispielen berichtete. Wir wurden in Räume geführt, die den Ablauf in Auschwitz I zeigten, Räume mit gestapelten Koffern von Kindern und Erwachsenen, Räume mit den abgetrennten Haaren der ermordeten Menschen, die an die Industrie verkauft wurden, mit Bürsten, Töpfen, Brillen und Prothesen. Diese Bilder werden wir nie vergessen, zeigen sie doch die unbeschreibliche Grausamkeit und Kaltblütigkeit der Nazis und ließen uns fassungslos zurück.


Nach dieser ersten Führung fuhren wir nach Auschwitz II/ Birkenau, ein weiteres Konzentrationslager und Vernichtungslager. Bis zu 90.000 Menschen waren dort gefangen und leben auch hier unter unvorstellbaren Bedingungen. Ein riesiges Gelände mit vielen Gebäuden, die nur für die Vernichtung Unschuldiger konzipiert und errichtet worden waren. Die Fotowände an der ehemaligen Rampe zeigen den Ablauf der Selektionen. Am Ende der Gleise, die wir bereits von Fotos und aus Dokumentationen kannten, sahen wir die Reste der vier Krematorien, den größten Friedhof Europas. Auf dem Gelände der ehemaligen Kanada-Baracken sahen wir die den Opfern geraubten Gegenstände, darunter Besteck, Töpfe, Dosen und Schlüssel. 


Die Besichtigung endete in der so genannten „Zentralen Sauna“, die noch einmal zeigte, wie die Menschen behandelt wurden, nachdem sie ins Lager kamen. Große Wände mit gefundenen Fotos der Opfer zeigten Menschen in verschiedenen Situationen ihres Lebens, erste Kinderfotos, die vielleicht an Verwandte geschickt worden waren, Hochzeitsbilder, Familienfotos, ganz alltägliche Schnappschüsse. Hier wurde vielen von uns besonders bewusst, dass alle Opfer aus dem ganz alltäglichen Leben gerissen wurden, ohne Grund. Einzig ihre Herkunft und ihre Zugehörigkeit zu einer Religion verurteilten sie zum Tod.


Diese Eindrücke werden wir nicht vergessen können. Die Rückfahrt und den Rest des Tages nutzten wir für Gespräche über das Gesehene. Wir kamen zu der Erkenntnis, dass wir alle zwar erschrocken und wütend sind über das, was gerade in Deutschland passiert, aber nichts dagegen tun, obwohl das doch unsere Pflicht ist.


 

Donnerstag, 30.08.2018:

Dieser Tag stellte den Höhepunkt unserer Reise dar, denn wir durften zwei Zeitzeugen treffen.


Zunächst berichtete uns Frau Miroslawa Gruszczynska über ihr Leben in der NS-Zeit und wie ihre Familie einem jüdischen Mädchen das Leben rettete. Nach einer Mittagspause berichtete der Holocaust- Überlebende Bernard Offen, wie er fünf Konzentrationslager überlebte, mit den Folgen dieses Leidens zurecht kam und vor allem, was wir daraus lernen können. Diese beiden Menschen beeindruckten uns sehr und wir sind glücklich, dass wir noch Gelegenheit hatten, sie zu treffen.


Am Abend fand eine große Auswertungsrunde der Woche statt, bei der jeder Teilnehmer Impressionen, Dank und auch Kritik ansprechen konnte. Die Schüler bedankten sich noch einmal besonders bei den Organisatoren der Studienfahrt für diese unvergesslichen Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen. 


 

Freitag, 31.08.2018:

Freitag stand die Abreise an. Während der Fahrt wurden noch viele Gespräche über die Erlebnisse und Erfahrungen der zurückliegenden Woche geführt. „Erinnern für die Zukunft“ war das Motto, unter dem diese Studienfahrt stattfand. Ein Motto, dass wir bei dieser Fahrt lernen und erleben durften. 


Simon Mersdorf








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