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11. April 2018 – Tag 2


 


Wieder zu zeitig, 7.30 Uhr, ging es zum Frühstück. Es war eine Rundreise in die nähere Umgebung Jerewans geplant.


Also starteten wir mit einem Bus, der die gesamte Gruppe transportieren konnte. Allerdings wurde beim Abstand der Sitzreihen wohl bei armenischen Kurzbeinern Maß genommen. Entsprechend gefaltet saßen wir Germanen da.


Also folgt jetzt hier eine kleine Auflistung einiger Punkte: Zunächst ging es an Stätten, wo die armenische und damit die globale Christianisierung ihren Ursprung haben, der im Übrigen mit der Meuchelei von Jungfrauen (waren es 36?) und der späteren Reue im Jahr 301 AD zu tun hat. Das Haupt der bis dahin muslimischen Welt baute aus Reue dann eine Kathedrale, die er Hrebsime (einer Jungfrau) widmete, weil er sie zuvor gesteinigt hatte, steinigen ließ (Originalsteine konnte man übrigens im Keller sehen). Anhand der Architektur dieser Kathedrale konnte man auch die Quadratur des Kreises sehen. Ich habe aber leider vergessen wie das war. Weiter ging es zum Glaubenszentrum der armenischen Kirche, dem Etschmiadsin, quasi dem Petersdom, der 301 bis 303 gebaut und später erweitert wurde. Dort erfuhren wir, dass schon damals viele Armenier umgesiedelt wurden, da sie die wirtschaftliche Kraft waren. Schah Abas rettete die Kirche später, wovon ein Bildnis zeugt. Gregor der Erleuchter der Armenier warnte auch vor Gefahren in Gotteshäusern und symbolisierte das mit einem eingemauerten Skorpion. Bilder, teilweise älter als 200 Jahre, die überall in den Kirchen hingen, fielen übrigens durch die Frische ihrer Farben auf. Dies liegt wohl an der Verwendung von Knoblauchsaft bei der Herstellung der Farben. Hannas Beitrag: „Wir müssen wohl öfter mal zum Griechen gehen. Das hält frisch!“ (Hab ich dann übrigens direkt nach meiner Rückkehr gemacht.)


Weiter ging`s zur nächsten Kirche, die der Heiligen Gayane (auch ne Jungfrau) gewidmet ist. Dort erfuhren wir, dass ca. 200 Erdbeben jährlich die Region erschüttern. Betrachtet man das Alter der Kirchen, wussten die Erbauer schon gut Bescheid über sichere Architektur. Respekt! Drinnen herrschte das übliche Räucherstäbchenambiente.


Alle diese Kirchen lagen im Stadtteil Zwartnotz (so heißt auch der Flughafen), was so viel heißt wie „Stätte der Engel“. Na da waren wir ja richtig….


Weiter ging es zu einer Tempelanlage, die allerdings von einem Erdbeben etwas destrukturiert war. Kurz verweilt und dann folgte eine etwas längere Fahrt zu einem Bauernhof im Kaukasus. Unterwegs wurde kurz gestoppt, um die Iris Elegantissima, für die Unwissenden, es handelt sich hierbei um einen lateinischen Superlativ, der schönsten Blume Armeniens zu betrachten. Sie wächst nur dort und ist wirklich wunderschön.


Mittagessen im Bauernhof. Wir wurden Augenzeugen bei der Herstellung von Lavash. Frisch aus dem Backofenbrunnen konnten wir das Brot wieder mit allen möglichen Kräutern und Käse (Frau Wendt strahlte) genießen. Dazu konnten wir wieder ordentlich Grillfleisch genießen und eine kleine Kostprobe selbsthergestellten Likörs (Obstler, etwas höher prozentig) sollte der Verdauung dienlich sein. Ich bin froh noch sehen zu können. Ein kurzer Besuch in einem Spezialitätenkeller gehörte noch dazu, wo wir Honig und andere heimische Produkte probierten.


Satt und sehr zufrieden wanderten wir zum Tempel von Garni, der noch gut erhalten mitten im Kaukasus stand. 300 vor Christus von Römern erbaut fragt man sich was die Römer sich dabei gedacht haben. Naja, die spinnen… Aber für uns war es jetzt eine Attraktion. Und der Kaukasus im Hintergrund war atemberaubend schön. Nicht vergleichbar mit den europäischen Gebirgen hat er eine unglaubliche Ausstrahlung, beruhigend und mächtig.


Etwas erschöpft von den bisherigen Erlebnissen fuhren wir, teilweise schlafend – blind dem Fahrer vertrauend, mit unserem Kurzbeinkleinbus zurück zum Hotel, um dort gleich wieder zu starten. Der Botschafter hat uns zu einem Buffet-Empfang geladen. Also hieß es, sich flink botschafterbuffetempfangsstylisch zu kleiden und dann mit dem Taxi, was sonst, zur Residenz.


Persönlich begrüßt vom Botschafter und seiner Frau, konnten wir uns alle in das Gästebuch eintragen. Dann gab`s bisschen essen, ehrlich gesagt nicht so lecker wie auf dem Bauernhof, etwas zu trinken und schließlich noch Gespräche mit allen möglichen wichtigen Personen. Unter anderem mit dem Vizebildungsminister Armeniens, den ich bereits im Oktober kennenlernte. Er erinnerte sich sogar an seine damaligen Worte in der Runde und fragte, ob ich Armenien nun liebe oder nicht. Denn das ist es wohl, was passiert. Natürlich kann ich nur sagen, es ist ein spannendes, wunderschönes Land mit gastfreundlichen und herzlichen Menschen. Nach reichlich bilateralen (teilweise sogar multilateralen) Gesprächen (so sagt man wohl in diesen Kreisen), entschieden wir uns auf Grund der erhöhten Kalorienzunahme, zum Hotel zu laufen. Das war ganz gut so, konnten wir doch gleich noch ein bisschen Nachtluft und Nachtleben in Jerewan schnuppern.


Die üblichen Vorgehensweisen vor der Nachtruhe fanden auch an diesem Tag/Abend ihre Anwendung.









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